VW und IG Metall beharren im Streit um gekündigte Tarifverträge auf Positionen
Keine Annäherung im Streit um den massiven Sparkurs bei Volkswagen: Der Autobauer beharrte nach einem Krisentreffen am Freitag auf der Position, "angesichts der drastisch verschlechterten wirtschaftlichen Lage (...) so schnell wie möglich die Arbeitskosten zu senken". Ein Angebot zu Verhandlungen über Transfergesellschaften für bisherige Beschäftigte lehnte die IG Metall kategorisch ab. Die Gewerkschaft drohte mit Streiks ab dem Jahresende.
Volkswagen hatte wegen der Krise des Unternehmens Ende September zahlreiche Tarifverträge zum Jahresende gekündigt. Schon zuvor hatte der Konzernvorstand einen verschärften Sparkurs angekündigt. Ab 2030 stehen demnach die drei VW-Werke Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk Neckarsulm auf der Kippe.
Am Freitag fand ein sogenanntes Überprüfungsgespräch zu Zukunftszusagen des Unternehmens aus dem Jahr 2024 an. Volkswagen verkündete darauf eine Einigung auf "Verhandlungen zu den gekündigten Tarifverträgen und den wechselseitigen Forderungen", die am 24. November 2026 am Standort Emden beginnen würden. Fortgesetzt würden die Verhandlungen dann am 15. Dezember in Zwickau.
Inhaltlich gab es aber keinerlei Annäherung: "Volkswagen hält an der Kündigung von zehn Tarifverträgen fest", erklärte die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. "Nun ist die Gewerkschaft gezwungen, eine entsprechende Auseinandersetzung vorzubereiten, die ab dem Jahreswechsel möglich ist."
Wichtige Fragen der Arbeitnehmervertreter seien in dem Überprüfungsgespräch von der Unternehmensführung nicht beantwortet worden, hieß es weiter. So sei das Unternehmen nicht bereit gewesen darzulegen, ob und wie es seine Zusagen aus dem Jahr 2024 zur Standort- und Personalsicherung einhalten wolle. "Stattdessen will der Vorstand zusätzliche Instrumente, um Personal massiv abzubauen, und zwar standortübergreifend."
Konkret wolle der Volkswagen-Vorstand "Personal über eine öffentlich geförderte Transfergesellschaft abbauen", erklärte die Gewerkschaft. Die IG Metall werte dies "als tarifpolitischen Wortbruch ohne tragfähige Rechtsgrundlage". Das Unternehmen wolle damit offenbar eine "Sanierung auf Kosten der Steuerzahler".
Volkswagen betonte, es seien "zusätzliche sozialverträgliche Personalinstrumente" nötig. Dazu zähle "die Eröffnung von förderfähigen Transfergesellschaften, in die Beschäftigte wechseln können, um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen".
"Wir haben keine Zeit zu verlieren. Seit dem Zukunftstarifvertrag 2024 hat sich die wirtschaftliche Situation drastisch verschlechtert", erklärte der Personalvorstand der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel. "Daraus ergibt sich ein akuter Handlungsbedarf." Am Zukunftstarifvertrag von 2024 sowie der darin enthaltenen Beschäftigungssicherung hält das Unternehmen nach eigenen Angaben "trotz der angespannten, schwierigen Lage fest".
X.Maldonado--GBA