Gazeta Buenos Aires - Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

Börse
SDAX 1.34% 18198.27 €
MDAX 1.44% 30656.65 €
TecDAX 1.12% 4015.21 €
DAX 0.94% 25622.61 €
Euro STOXX 50 0.58% 6204.23 €
EUR/USD 0.19% 1.1242 $
Goldpreis 0.26% 4181.1 $
Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet
Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet / Foto: Filipe AMORIM - AFP

Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Protestierer auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten dutzende Zelte auf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Textgröße:

Die Demonstrantin Elena Costa sagte, die Menschen, die in Portugal Steuern zahlen und das Land am Laufen halten würden, würden "ihre Rechte verlieren - insbesondere das Recht auf Wohnen". "Deswegen sind wir alle zusammen hier und versuchen zu erklären, dass wir ersticken", sagte die 46-jährige Sozialarbeiterin.

Der Ingenieur Antonio Margado warf der Mitte-Rechts-Regierung des Landes eine "totale Liberalisierung der Mieten" vor. Wohnungsbesitzer würden mehr und mehr geschützt, während Mieter immer weniger Schutz genießen würden.

Offiziellen Zahlen zufolge sind die Mieten in Portugal binnen zehn Jahren um 124 Prozent angestiegen. Das ist etwa doppelt so stark wie der EU-Durchschnitt. Besonders betroffen sind junge Menschen - und Bewohner von Lissabon. Proteste hat es auch in der nordportugiesischen Großstadt Porto gegeben. Dort ist ebenfalls ein Protestcamp errichtet worden.

Die Wohnungsnot ist auch im Nachbarland Spanien ein großes Thema. Im September sorgte die Zwangsräumung der Wohnung der 87-jährigen Rentnerin Maricarmen Abascal für landesweite Proteste. Der Besitzer hatte die Miete massiv erhöhen wollen. Zwar gab es eine Einigung auf eine Rückkehr der Rentnerin in ihre Wohnung - die 87-Jährige verstarb aber, bevor es dazu kommen konnte.

Der Streit um die Wohnungspolitik hat dazu geführt, dass Regierungschef Pedro Sánchez Neuwahlen für den 29. November ausgerufen hat. Dem seit 2018 regierenden Sozialisten droht dabei eine Niederlage, Umfragen sehen eine Mehrheit für die konservative Volkspartei PP und die ultrarechte Partei Vox.

E.Figueroa--GBA