Korridorsanierung Hannover-Berlin: Bahn verspricht "Investition, die sich auszahlt"
Die Deutsche Bahn verspricht sich "mehr Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität" durch die Korridorsanierung der wichtigen Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover. "Das ist eine gewaltige Aufgabe, aber eine Investition, die sich auszahlt", erklärte Wolfgang Weinhold, Programmleiter Korridorsanierung bei der DB Infrago. Für die umfassenden Bauarbeiten auf der über 220 Kilometer langen Strecke wird diese ab Freitag bis voraussichtlich Dezember 2027 voll gesperrt.
Der Abschnitt gehört laut Deutscher Bahn zur "wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen". Täglich fahren dort mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs sowie rund 90 Güterzüge. Im Zuge der Korridorsanierung sollen mehr als 214 Weichen, rund 357 Kilometer Gleise, 100 Kilometer Oberleitungen sowie 13 Kilometer Lärmschutzwände ersetzt oder neu gebaut werden. Zudem ist die Modernisierung von 25 Bahnhöfen geplant.
"Am aufwendigsten und langwierigsten" ist nach Angaben der Bahn die Erneuerung der sogenannten Festen Fahrbahn der Schnellfahrstrecke. "Im Unterschied zum konventionellen Gleisaufbau aus Schotter, Schwellen und Schienen sind die Gleise bei der Festen Fahrbahn auf vorgefertigte Betonplatten montiert", erklärte das Unternehmen. Auf 52 Kilometern Länge östlich und westlich von Stendal müssten nun alte Betonplatten zurückgebaut und 16.000 neue verlegt werden, die jeweils 6,5 Meter lang und zehn Tonnen schwer sind.
Die Einschränkungen für die Fahrgäste wegen der 14-monatigen Bauarbeiten sind erheblich. Die planmäßige Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin - und somit auch für Fahrten zwischen Nordrhein-Westfalen und der Hauptstadt - verlängert sich um rund 80 Minuten. Im Regionalverkehr fallen zahlreiche Linien strecken- und phasenweise aus. Es gibt Ersatzverkehr mit Bussen.
Noch im Juni hatte die Bahn ein Konzept für die Sanierung der Strecke vorgestellt, das die Belastungen im Fernverkehr erheblich reduzieren sollte: Zwischen Dezember 2026 und Oktober 2027 sollten die Züge zumindest in einer Fahrtrichtung auf der parallel zur Strecke verlaufenden sogenannten Lehrter Stammbahn fahren und so kaum Zeit verlieren. Doch die Elektrifizierung dieser Parallelstrecke verzögerte sich, weshalb der gesamte Fernverkehr nun während der Bauarbeiten über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet werden muss.
A.Ortiz--GBA