Gazeta Buenos Aires - Nach Russen-Urteil: WM-Rückgabe für DEB eine Option

Börse
Euro STOXX 50 -1.24% 6131.31 €
TecDAX -1.43% 4091.22 €
Goldpreis -3.4% 3898.9 $
SDAX -2.01% 18056.13 €
DAX -0.86% 25818.21 €
EUR/USD -0.13% 1.1166 $
MDAX -1.07% 30472.32 €
Nach Russen-Urteil: WM-Rückgabe für DEB eine Option
Nach Russen-Urteil: WM-Rückgabe für DEB eine Option / Foto: Franz Feiner - picture-alliance/Eibner-Pressefoto/SID

Nach Russen-Urteil: WM-Rückgabe für DEB eine Option

Die Teilnahme Russlands an der Weltmeisterschaft in Deutschland wird zum Politikum, der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) zieht gar den Worst-Case in Betracht. "Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben, ich möchte auch nicht die WM in Frage stellen", sagte der Vorstandsvorsitzende Frank H. Lutz bei MagentaTV: "Aber natürlich müssen wir uns als DEB mit der Option beschäftigen, dass wir diese WM zurückgeben."

Textgröße:

Lutz führte finanzielle Gründe an. "Denn in ein wirtschaftliches Risiko, dass wir nicht mehr stemmen können, können wir uns nicht begeben. Ich glaube, dass wir eine Lösung finden werden, da bin ich sehr optimistisch", sagte Lutz in der ersten Drittelpause des Testspiels der DEB-Frauen am Samstag in Bremerhaven gegen Japan. Ob die WM im kommenden Mai in Düsseldorf, Mannheim und Gelsenkirchen stattfinden wird, könne er "heute nicht 100-prozentig sagen".

Sollte Russland, das durch das CAS-Urteil am Freitag ab sofort wieder an Turnieren des Weltverbands IIHF teilnehmen darf, in Deutschland an den Start gehen, "kommen ganz neue Kosten auf uns zu, gerade Sicherheitsthemen, die eine ganz andere Relevanz bekommen", sagte Lutz: "Das wird Gegenstand der Diskussionen sein müssen, sowohl mit der deutschen Politik als auch mit der IIHF, was es auch finanziell für die beteiligten Parteien bedeutet."

In der kommenden Woche werde er nach Berlin fahren, erklärte Lutz: "Wir müssen alle ehrlich sein, es ist auch eine politische Entscheidung." Zunächst aber muss die IIHF entscheiden, wie es weiter geht. Der deutsche Präsident Franz Reindl kündigte eine Sitzung des Councils zu Beginn der nächsten Woche an.

Kanada, wo zum Jahresende die U20-WM stattfindet, kündigte bereits an, keine Visa an russische Mannschaften zu vergeben. Ob das auch eine Option für den DEB ist? "Da habe ich überhaupt noch kein Gefühl für", sagte der DEB-Vorstandschef: "Das wird sicherlich Gegenstand der Gespräche sein, wie weit die Bundesregierung bereit ist zu gehen. Es ist eine politische Entscheidung, die wir natürlich als DEB nicht wirklich beeinflussen können."

Zunächst müsse die IIHF entscheiden, wie das Teilnehmerfeld aussehen soll, inwiefern sich der Spielplan verändert. "Niemand weiß das bisher. Kommt Russland rein, für wen kommt Russland rein. Wird einfach nur ein Team A durch ein Team B ersetzt", sagte Lutz: "Wir brauchen so schnell wie möglich Klarheit, um zu wissen, wie zukünftig dieses Turnier überhaupt ausgestaltet werden soll."

P.Castro--GBA