Gazeta Buenos Aires - Eisschnelllauf-Streit: Sonnekalb droht mit Abwanderung

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Eisschnelllauf-Streit: Sonnekalb droht mit Abwanderung
Eisschnelllauf-Streit: Sonnekalb droht mit Abwanderung / Foto: DANIEL MUNOZ - SID

Eisschnelllauf-Streit: Sonnekalb droht mit Abwanderung

Das deutsche Eisschnelllauf-Talent Finn Sonnekalb droht im Streit um den Erhalt oder die Schließung des Bundesstützpunktes Erfurt konkreter denn je mit Abwanderung ins Ausland. "Ich habe Angebote aus den USA und Holland. Ich habe Gespräche gehabt, ich bin im Austausch", sagte der 19-Jährige der ARD-Sportschau. "Es gibt Leute, die wollen mich haben, und wenn die mich hier nicht haben wollen, dann kann ich's nicht ändern."

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Hintergrund ist der seit Monaten schwelende Streit um die Zukunft des Stützpunkts und die neue Athletenvereinbarung der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Mehrere Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer hatten eine Zusatzvereinbarung gefordert, die den Standort Erfurt absichern sollte.

Die DESG lehnte dies ab, zuletzt setzte sie den betroffenen Athletinnen und Athleten, die bei einer Nichtunterzeichnung Nachteile für Kaderstatus und Förderung befürchten, eine neuerliche Deadline für den 8. Oktober. Zugleich stemmten sich die Erfurter Aktiven gegen Pläne, sich den anderen Leistungszentren in Inzell oder Berlin anzuschließen.

"Ich fühle mich unter Druck gesetzt, möchte deswegen diese Athletenvereinbarung nicht unterschreiben und auch nicht unter Druck meine Heimatstadt verlassen", sagte Sonnekalb: "Dann bin ich halt raus, dann sollen sie es ohne mich machen." Auch dies wäre mit einem Standortwechsel verbunden, aber, wie Sonnekalb betont: "Was ich hier in Betracht ziehe, ist freiwillig."

Nach Sportschau-Informationen haben 16 Athletinnen und Athleten die von der DESG im Juni vorgelegte Athletenvereinbarung bis zum Donnerstag nicht unterschrieben. Die ARD berichtete zudem von einer kurios anmutenden "Unterstützungserklärung" für Große, die Athleten vorgelegt worden sei. "Aus meiner Erfahrung mit früheren Führungen der DESG bin ich überzeugt, dass weder meine persönlichen Erfolge noch die deutlich positive Leistungsentwicklung im deutschen Eisschnelllauf ohne Matthias Große möglich gewesen wären", heißt es darin unter anderem.

DESG-Athletenvertreter Adrian Kaiser hat die Sportler der Sportschau zufolge aufgefordert, das Schreiben nicht zu unterzeichnen. Die DESG habe eine Stellungnahme auf ARD-Anfrage abgelehnt. Der Thüringer Eis- und Rollsportverband (TERV) fordert Großes Ablösung.

X.Maldonado--GBA