Trump und Venezuelas Übergangspräsidentin in New York erstmals zu Gespräch zusammengetroffen
US-Präsident Donald Trump und die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez haben sich am Rande der UN-Vollversammlung in New York erstmals persönlich zu Gesprächen getroffen. Rodríguez sprach im Onlinedienst X am Dienstag (Ortszeit) von einem "historischen" Treffen und veröffentlichte ein Foto, auf dem sie und Trump lächelnd zu sehen sind.
In den Gesprächen sei es um eine "Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern" gegangen, erklärte die Interimspräsidentin. Auch die weitere Entwicklung einer Agenda für Zusammenarbeit "in strategischen Bereichen wie Energie, Bergbau und Sicherheit" sei Thema gewesen.
Nach Angaben des Weißen Hauses in Washington nahmen an dem Treffen zudem mehrere US-Regierungsvertreter teil, darunter Außenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent, Trump-Berater Stephen Miller und Trumps Stabschefin Susie Wiles. Das Weiße Haus machte zunächst keine näheren Angaben zu den Inhalten der Gespräche.
Rodríguez war am Vortag in New York eingetroffen. Sie wurde am Sitz der Vereinten Nationen von UN-Generalsekretär António Guterres begrüßt, wie das venezolanische Staatsfernsehen meldete. Am Mittwoch soll Rodríguez eine Rede bei der UN-Generalversammlung halten.
Es ist die erste Teilnahme eines venezolanischen Staatsoberhaupts an der UN-Generaldebatte seit 2018, als der damalige Präsident Nicolás Maduro dort eine Rede hielt. Der linksnationalistische Maduro war im Januar bei einem US-Militäreinsatz in Venezuelas Hauptstadt Caracas gefangengenommen und in die USA gebracht worden. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll.
Nach Maduros Gefangennahme wurde seine Stellvertreterin Rodríguez zur Übergangspräsidentin ernannt worden. Sie bemüht sich seitdem, das südamerikanische Land nach Jahren der Isolation wieder in die internationale Gemeinschaft zu integrieren. Sie wird von den USA gestützt - und nach Ansicht von Experten unter Druck gesetzt.
Trump hatte Venezuela am Dienstag in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung erwähnt. "Wenn man die Vereinigten Staaten und Venezuela zusammenzählt, verfügen wir über mehr als 60 Prozent des weltweiten Öls", sagte er. Er fügte hinzu: "Dem Sieger gebührt die Beute."
Die beiden Länder schlossen kürzlich eine Vereinbarung, die den USA die Kontrolle über rund ein Fünftel der venezolanischen Ölreserven sichert. Trump sprach vom "größten Öl-Deal der Weltgeschichte".
Seit dem Machtwechsel in Caracas kamen hunderte politische Gefangene frei. Zudem begannen Regierung und Opposition unter Vermittlung der USA einen Dialog. Ein Termin für Wahlen in dem südamerikanischen Land ist nicht in Sicht.
P.Venegas--GBA