Israelische Siedler im Westjordanland greifen AFP-Journalisten an
Im Westjordanland haben israelische Siedler Journalisten der Nachrichtenagentur AFP angegriffen, als diese über einen Zusammenstoß zwischen israelischen Aktivisten und Siedlern berichten wollten. Das dreiköpfige AFP-Team hielt sich in der Ortschaft Dschannatah nahe Bethlehem auf, wo linksgerichtete Aktivisten von Siedlern angegriffenen Palästinensern einen Solidaritätsbesuche abstatteten.
Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen Siedlern und Aktivisten, woraufhin die israelische Armee die Journalisten anwies, das "militärische Sperrgebiet" zu verlassen. In diesem Moment rasten zwei mit weiteren Siedlern besetzte Autos heran. Die Siedler, viele von ihnen Kinder, warfen Steine auf die Aktivisten und Medienvertreter. Ein AFP-Journalist konnte einem Stein ausweichen, wurde daraufhin jedoch von einem Kind mit einem Stock am Kinn getroffen, woraufhin er blutete.
Als die Journalisten zu ihren Fahrzeugen zurückkehrten, fanden sie diese beschädigt vor. Die Scheiben waren eingeschlagen und die Reifen zerstochen. Fünf Menschen wurden nach dem Vorfall mit Verletzungen behandelt, wie der Palästinensische Rote Halbmond mitteilte. Den AFP-Journalisten zufolge wurde mindestens ein israelischer Aktivist in einem palästinensischen Rettungswagen weggefahren.
Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben. Die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser hat seit dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 erheblich zugenommen.
O.P.Olivares--GBA