Nach jordanischen Vergeltungsangriffen: Damaskus und Amman wollen Krise beilegen
Nach jordanischen Vergeltungsangriffen in Syrien nach einem Anschlag auf eine christliche Kirche in Jordanien haben sich beide Länder auf die Beilegung ihrer seit Jahren schwersten Krise geeinigt. Sie seien entschlossen, ihre guten Beziehungen aufrechtzuerhalten, hieß es am Dienstag in einer vom syrischen Außenministerium veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Demnach nahm Jordaniens Außenminister Ajman Safadi am Dienstag Kontakt zu seinem syrischen Kollegen Assaad al-Schaibani auf.
Der Erklärung zufolge betonte Safadi den "vollen Respekt Jordaniens für die Souveränität (...) und die Sicherheit Syriens". Zudem äußerte er sein "Mitgefühl und seine Trauer über den Tod unschuldiger Zivilisten" bei jordanischen Vergeltungsangriffen. Die beiden Politiker erörterten laut der Erklärung zudem die Angriffe auf Ziele, die als "Daesch-Stellungen" bezeichnet wurden - ein Akronym für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).
Bei den jordanischen Vergeltungsangriffen am Montag waren jordanischen Angaben zufolge mehr als 20 Dschihadisten getötet worden. Auch ein großes Waffenlager der Islamisten sei bei dem Angriff zerstört worden, teilte der jordanische Regierungssprecher Mohammed Al Momani am Dienstag mit. Syrien schloss als Reaktion auf den jordanischen Angriff in Syrien einen Grenzübergang zu Jordanien und prangerte eine Verletzung seines Luftraums an.
Vorläufige Angaben deuteten auf "erhebliche Verluste" in den Reihen des IS durch den Angriff in Syrien hin – "Schätzungen zufolge mehr als 20 Kämpfer" – sowie auf die Zerstörung eines großen Waffenlagers der Organisation, erklärte Al Momani.
Während Jordanien darauf beharrte, die Luftangriffe mit Syrien abgestimmt zu haben, wies Damaskus dies zurück. Nach Angaben der syrischen Zivilschutzbehörde kamen bei den Angriffen sieben Menschen ums Leben, darunter drei Kinder.
Bei dem Anschlag auf die griechisch-orthodoxe St.-Georgs-Kirche in Hammud in der südjordanischen Provinz Karak hatten bewaffnete Männer am Freitag während einer Trauerfeier neun Menschen getötet. Jordaniens König Abdullah II. hatte den Tätern Vergeltung angedroht. Karak beherbergt eine bedeutende christliche Minderheit in dem vorwiegend muslimischen Land. Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung des Landes sind Christen.
Es handelt sich um die schwerste Krise zwischen den Nachbarstaaten seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Dieser war im Dezember 2024 von islamistischen Milizen unter der Führung des heutigen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa gestürzt worden. Damit endete in dem Land ein 13 Jahre währender Bürgerkrieg, der Millionen Menschen in die Flucht getrieben hatte.
Die IS-Miliz war in Syrien 2019 besiegt worden. Einige Kämpfer der Organisation sind dort aber weiterhin aktiv, und die Gruppe reklamiert immer wieder Anschläge - vor allem gegen syrische Sicherheitskräfte - für sich.
C.Silva--GBA