Millionendiebstahl aus Schließfächern in Berlin: Weiterer Mittäter verurteilt
Vier Jahre nach einem spektakulären Diebstahl von Schmuck, Uhren und Bargeld in Millionenhöhe aus einer Schließfachanlage in Berlin ist ein weiterer Mittäter zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 38-Jährigen am Montag des Diebstahls mit Waffen schuldig. Außerdem ordnete es die Einziehung von Taterträgen in Höhe von 60.000 Euro an.
Laut Richterin Susann Wettley war der Angeklagte am Tattag im November 2022 von Anfang an dabei. Er war unter anderem dafür zuständig, die mit Beute gefüllten Taschen zu den Transportfahrzeugen zu bringen. Auch übersprühte er eine der Kameras mit Farbe. Der Angeklagte sei zwar nur ein "kleines Zahnrad" gewesen, sagte Wettley. "Aber ohne ihn wäre das Ganze geplatzt."
In dem Fall war ein erstes Urteil bereits im Juli 2024 ergangen. Damals verurteilte das Landgericht Berlin drei Männer zu Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren. Darunter waren auch der Drahtzieher des Diebstahls sowie der Verwalter der Schließfächer, der maßgeblich an der Planung der Tat beteiligt war.
Er hatte den Tätern die Grundrisse der Räume in Berlin-Charlottenburg übergeben, sie als Bauarbeiter verkleidet die Schließfächer und Tresore inspizieren lassen und eine neue, fingierte Wachfirma eingestellt sowie Transponder und Codes überreicht. Zwölf Stunden lang konnten die Täter so insgesamt 295 Schließfächer aufbrechen, das Diebesgut verladen und in mehreren Fuhren abtransportieren.
Erst als in der für die Alarmanlage zuständigen Zentrale auffiel, dass diese ausgeschaltet war, flog die Tat auf. Die Täter legten daraufhin mit Hilfe bereits vorbereiteter Autoreifen und Benzin ein Feuer, um Spuren zu verwischen.
Der materielle Schaden lag laut Wettley bei mehr als 16 Millionen Euro. Hinzu komme der emotionale Schaden, etwa weil Erbstücke verloren gegangen seien. Manche Schließfachmieter hätten durch den Diebstahl auch ihre gesamte Altersvorsorge verloren, sagte die Richterin.
Dem Angeklagte seien 100.000 Euro für die Tatbeteiligung versprochen worden, sagte Wettley. Bekommen habe er 60.000 Euro. Zu seinen Gunsten sei gewertet worden, dass er sich gestellt und gestanden habe. Der 38-Jährige wurde im Februar dieses Jahres bei seiner Einreise aus der Türkei am Flughafen Berlin-Brandenburg festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft forderte in dem Verfahren, das Ende Juli begonnen hatte, eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren für den Angeklagten. Die Verteidigung plädierte auf viereinhalb Jahre Haft.
Y.Arias--GBA