Entsetzen nach tödlichen Schüssen an US-Schule - Trump rühmt eingreifenden Anwohner
Nach dem Schusswaffenangriff an einer Grundschule in Bend im US-Bundesstaat Oregon mit vier Toten ist das Entsetzen groß in der Kleinstadt südlich von Portland. Wie die Polizei am Freitag (Ortszeit) mitteilte, handelte es sich bei dem Angreifer um einen früheren Schüler im Alter von 16 Jahren. Ein Anwohner hatte ihn erschossen und erhielt dafür viel Anerkennung, unter anderem von US-Präsident Donald Trump und der Waffenlobbyorganisation NRA.
Viele Einwohner von Bend äußerten sich schockiert. Kinder sollten in der Schule "lernen, Spaß haben und sich auf das Wochenende freuen", sagte die 52-jährige Kristen Vanetsky der Nachrichtenagentur AFP. Bei einer Mahnwache sagte die Einwohnerin Marissa Hurdly, sie leide mit den anderen Menschen in Bend. "Gerade jetzt brauchen wir einander mehr als jemals zuvor in der Geschichte unserer Stadt."
Der Täter hatte am Donnerstag an der Silver-Rail-Grundschule in Bend das Feuer eröffnet und zunächst drei Kinder im Alter von fünf, acht und elf Jahren sowie eine 25-jährige Lehrerin in einem Klassenraum für Kinder mit besonderem Förderbedarf erschossen. Ein weiteres Kind und eine weitere Lehrerin wurden verletzt.
Laut Polizei handelte es sich bei dem Schützen um den 16 Jahre alten Griffin John II, der früher selbst Schüler mit besonderem Förderbedarf an der Grundschule gewesen war. Nachbarn berichteten AFP, der 16-Jährige sei sehr verschlossen gewesen und habe das Haus nur in Begleitung seiner Mutter verlassen. "Er war ein richtiger Einzelgänger", sagte ein Nachbar. "Ich habe ihn immer nur mit schwarzer Kleidung gesehen. Er wirkte immer sehr ernst. Er hat nie gegrüßt."
Erschossen wurde der 16-Jährige nach Angaben von Polizeichef Mike Krantz schließlich von dem 36-jährigen Anwohner Kaylub Giamanco, der gesehen hatte, wie der Schütze in die Schule eingedrungen war. "Er hörte Schüsse und sah, wie eine Lehrerin in eine körperliche Auseinandersetzung mit dem Verdächtigen verwickelt war. Er feuerte daraufhin seine Waffe ab und traf den Verdächtigen mehrfach."
Der Polizeichef zollte Giamanco Anerkennung für sein Eingreifen. "Das ist wahres Heldentum - so etwas sieht man in unserer Gesellschaft nur selten", sagte Krantz. Giamancos Mutter sagte dem lokalen Fox-Sender, sie sei "sehr stolz" und ihr Sohn sei "ein absoluter Held".
Auch Trump rühmte Giamanco. "Das ist eine schreckliche Tat, aber Gott sei Dank gab es einen Mann, der eine Waffe besaß und wusste, wie man sie benutzt", sagte der US-Präsident vor Reportern. Die Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA) erklärte, der Vorfall zeige, wie "wichtig es ist, dass es gesetzestreue bewaffnete Büger" gibt.
Waffengewalt ist ein alltägliches Problem in den USA, wo es mehr Schusswaffen als Einwohner gibt. Allein in diesem Jahr gab es nach Angaben der Aktivistengruppe Gun Violence Archive mehr als 360 Schusswaffenangriffe mit vier oder mehr Todesopfern.
Auch Schulen sind immer wieder Schauplatz folgenschwerer Angriffe. Im Mai 2022 sorgte ein Massaker an einer Grundschule in der texanischen Stadt Uvalde für Entsetzen, bei dem 19 Kinder und zwei Lehrer getötet wurden. In der Bevölkerung herrscht breite Unterstützung für strengere Kontrollen beim Kauf von Schusswaffen, die NRA lehnt dies jedoch ab.
A.Torres--GBA